Der Verein

Die Archäologie ist schon immer durch das breite und aufwendige Betätigungsfeld auf die Mithilfe freiwilliger und interessierter Helfer angewiesen. Der Verein „Junge Archäologen der Altmark e.V.“ ist seit seiner Gründung zu einem festen Bestandteil auf dem Gebiet der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflege in der Altmark geworden. Das Ziel der am 15.3.1972 gegründeten Schülerarbeitsgemeinschaft, ist die Beschäftigung mit der ältesten Geschichte der Heimat. Die Aufgaben des Vereins bestehen aus folgenden Punkten:

  • Pflege und Kontrolle geschützter Bodendenkmale (Großsteingräber) und Bodenaufschlüssen
  • Notbergungen
  • Förderung des Vereinslebens
  • Weiterbildung der Mitglieder
  • Öffentlichkeitsarbeit

Um diese Aufgaben sachkundig bewältigen zu können, wurde sich von Anfang an regelmäßig im Vereinsraum getroffen. Hier werden Berichte geschrieben und Funde aufgearbeitet. Bei gutem Wetter geht es raus zu Flurbegehungen, d.h. es wird auf den Ackerflächen nach Funden wie z.B. Scherben und Feuersteinabschlägen gesucht.

Mit der Arbeitsgemeinschaft „Junge Historiker“ aus Kleinau wurde seit 1974 ein enger Kontakt gepflegt und zusammen regelmäßig Ausgrabungen durchgeführt. Im Zuge der Wende wurde 1992 aus beiden Arbeitsgemeinschaften der heutige „Verein Junge Archäologen der Altmark e.V.“ gegründet.

Ca. 100 Mitglieder hat der Verein mittlerweile. Der Vorstand koordiniert die Arbeit und das Vereinsleben. Regelmäßig werden 2-3 neue Schüler aus der 5. Klasse in den Verein aufgenommen. Der Höhepunkt der ist aber in jedem Jahr das 14-tägige Grabungslager. Zu den einzelnen Ausgrabungen erfahrt ihr unter Grabungen mehr. Die erste Grabung fand 1972 in Hilmsen, damals mit nur sieben Schüler, unter recht abenteuerlichen Bedingungen statt. Mittlerweile kommen jedes Jahr 25-30 Schüler, Jugendliche und Erwachsene zu den Grabungen. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie in Halle werden diese Grabungen geplant und durchgeführt.

In den ersten Jahren erwarben die Schüler ihre Grundkenntnisse durch die Mitarbeiter des Landesmuseums Halle und des Danneil Museums in Salzwedel. Inzwischen haben die älteren Grabungsteilnehmer an mehreren verschiedenartigen Ausgrabungen, Notbergungen und Weiterbildungen teilgenommen. In jedem Abschnitt wird ein Älterer mit einem Jüngeren eingeteilt, die Kenntnisse werden so den jüngeren vermittelt. Die Grabungsergebnisse werden mit Hilfe von Zeichnungen, Fotos und Berichten dokumentiert und später in der Fachliteratur publiziert. Die Funde kommen zur weiteren Untersuchung ins Landesamt für Archäologie nach Halle.

Eine gewisse „Goldgräberstimmung“ lässt sich bei dieser Arbeit nicht verleugnen. Da ist die Spannung was sich in einer Verfärbung befinden könnte, da sind einzelnen Funde wie z. B. verzierte Scherben, Perlen, Werkzeuge und Schmuckstücke die zum Vorschein treten.

Das Zeltlager im Pfadfinderstil ohne Strom und Fernseher trägt auch dazu bei. Im großen Küchenzelt werden gemeinsam die Mahlzeiten eingenommen. Bei jeder Grabung wird ein Skat und Würfelabend mit Preisen veranstaltet, es werden Lagerfeuer gemacht, Baden gefahren, Fußball oder andere Spiele gespielt und am letzten Abend ein Quiz. Wir machen Exkursionen in die nähere Umgebung. Bei diesen Aktivitäten wird ein großes Gemeinschaftsgefühl aufgebaut und das bei einem Altersgefüge der Teilnehmer von 12-50 Jahren.

Von Anfang an gehörte die Weiterbildung durch Exkursionen und Tagungen zum festen Bestandteil der Arbeitsgruppe. Als Ziel gelten archäologische Stätten, Ausstellungen, Museen und Ausgrabungen. Aber es soll auch der Lohn für die geleistete Arbeit sein und die Geselligkeit und Gemeinschaft fördern. Das Kennen lernen anderer Regionen, Nationen und Kulturen und das Erkennen von geschichtlichen Zusammenhängen, ist für die Schüler hoch interessant und einprägsam. Dazu kommen die vielen Ereignisse und Geschichten, welche man zusammen erlebt und die immer für ausreichend Gesprächsstoff bei jedem Zusammentreffen sorgen.

Nun müssen all diese Aktivitäten auch finanziert werden. Zum einen sind da die Mitgliedsbeiträge und Beiträge für die Jahreshauptversammlung. Für die Ausgrabung bekommen wir Gelder vom Landesamt in Halle und teilweise vom Landkreis. Die Exkursionen und Fahrten werden zum größten Teil selbst finanziert. Dann sind da noch Gelder die von privaten Sponsoren kommen.

Das Erlernen von handwerklichen Tätigkeiten im Verein, das Zusammengehörigkeitsgefühl, aber auch das selbständige Arbeiten, prägen jeden Schüler. Das hilft auch in der Schule, im Beruf oder in anderen Bereichen, die Aufgaben des täglichen Lebens zu meistern. Als Anerkennung der Verdienste um die archäologische Denkmalpflege, erhielt der Verein 1995 den Denkmalpreis des Landes Sachsen-Anhalt.